Rössing & Partner mbB, Rechtsanwälte und Steuerberater

FAQ

Was ist eine Insolvenz?
Insolvenz ist eine Krisensituation, bei der Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung vorliegt. Teilweise wird auch das gerichtliche Insolvenzverfahren als „Insolvenz“ bezeichnet – was aber falsch ist:

Das gerichtliche Insolvenzverfahren ist nur eine (oft die schlechtere) Lösung der Krisensituation – daneben stehen die Restrukturierung nach der StaRUG als neuestes Instrument und die freie außergerichtliche (übertragende?) Sanierung als oftmals bessere Möglichkeit.

Wie erkenne ich, ob ich von Insolvenz bedroht bin?

Anzeichen ergeben sich aus der Bilanz Ihres Unternehmens („nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“ oder angegriffenes Eigenkapital) und aus Ihrem Kontostand (es fehlen die Mittel, um alle fälligen Rechnungen zu zahlen).

Ob tatsächlich Insolvenzreife vorliegt, lässt sich nur anhand eines Liquiditäts- und Vermögensstatus feststellen, was durch Prüfung der Buchhaltung allein unmöglich ist.

Was muss ich tun, wenn mir Insolvenz droht?
Sofort fachkundigen Rat suchen. Keine Zeit verlieren. Nicht ohne Plan versuchen, ein paar Löcher zu stopfen – und die nächsten aufzureißen. Der Gefahr ins Auge sehen, die Krise meistern, nicht ignorieren.
An wen kann ich mich wenden, wenn ich fürchte, insolvent zu werden?

Als Verbraucher stehen Ihnen die Schuldnerberatungsstellen (Landratsämter, Caritas etc.) zur Verfügung; deren Beratung ist kostenlos.

Als Unternehmer sollten Sie keinesfalls auf Laien-Rat vertrauen: Steuerberater kennen Ihr Unternehmen und die Zahlen – sie sind wichtig für schnelle, richtige Entscheidungen.

Steuerberater sind aber keine Rechtsberater – schon gar nicht in rechtlich schwierigen Situationen wie einer Krise. Für Banker gilt: Sie sind oftmals entscheidend für das Gelingen einer Sanierung, verfolgen aber stets eigene Ziele.

Letztlich gilt: Nur der unabhängige, fachlich qualifizierte Rechtsberater kann Ihnen eine schnelle und richtige Entscheidung ermöglichen – Sie werden schon wissen, weshalb Sie auf dieser Seite Rat suchen …

Bedeutet die Insolvenz das „Aus“ für mein Unternehmen?
Nein! Das ist ein verbreiteter Irrtum: Aus einer Insolvenz gibt es stets mehrere Wege. Außergerichtlich oder im gerichtlichen Insolvenzverfahren, Restrukturierung, Sanierung, des Unternehmens oder Übertragung auf eine Fortführungsgesellschaft.

Stilllegung und Abwicklung ist nur die letzte Möglichkeit, insbesondere wenn Zeit verspielt wurde oder unqualifizierte Berater (gut gemeinten aber) schlechten Rat gaben.

Was ist eine Insolvenzanfechtung?

Insolvenzanfechtung bedeutet, dass der Insolvenzverwalter eine (eigentlich ordnungsgemäße) Zahlung des insolventen Unternehmens aus der Zeit vor der Insolvenz zurückfordert. Der Zeitraum kann sich bis zu 10 Jahre erstrecken.

Der Grund für die Zahlung ist nicht erheblich – es können Kaufpreis-, Geschäftsführergehalts-, Pacht- Werklohnzahlungen etc. zurückgefordert werden. Dass Anspruch auf die Zahlung bestand, hindert den Anspruch nicht. Die Rechtslage ist sehr speziell und von Laien kaum zu durchschauen.

Berufsträger

Rechtsanwältin Eva Sagmeister

Eva Sagmeister

Rechtsanwältin
Steuerberater Georg Westenthanner

Georg Westenthanner

Steuerberater